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08.09. - 09.09.2012
24-Stunden-Schwimmen


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24 Stunden im Wasser reichten nicht aus

Kraulen, Essen, Schlafen und Lernen beim Schwimmmarathon im Lausitzbad / 50 Meter fehlten dem SSV zum Sieg

Hagen Linke
(Sächsische Zeitung)

 Hoyerswerda. Werbung braucht Jan Frobart nicht machen. Das 24-Stunden-Schwimmen ist ein Selbstläu­fer, sagt der Chef des Schwimm­sportvereins Hoyerswerda (SSV). Kaum steht die Ausschreibung im Internet, melden sich die ersten Gastvereine an. Neun Mannschaf­ten waren es, die Sonnabend Punkt 11 Uhr in das 25-Meter-Becken des Lausitzbades hüpften und loskraulten, als ob sie einen Sprintpokal gewinnen wollten. Den gab's nicht. Ausdauer war gefragt und Taktik. Die SSV-Schwimmer wussten genau, wann sie ins Wasser mussten: Der Einsatzplan, drei A-4-Zettel, hing gleich am Beckenrand. Lang­weilig wurde es nie. "Muss Hausauf­gaben machen", sagte Kristin Schiemenz (15), als sie um 21 Uhr aus dem Wasser kam. "Englisch." Schwester Julia (17) zog es eher zum Grill, der draußen neben den Zelten aufgebaut wurde. Ein paar Steaks ergatterten auch Toralf und Lars, die bei­den DJ´s. Sechs CD-Koffer hatten sie mit. Und gute Laune. Gegen die Müdigkeit gab's Kaffee, "Red Bull" und ein kleines "Schlummerstündchen". Mit Siegambitionen kam der Post SV Görlitz von der Neiße an die Elster. Der Vorjahresdritte lag gestern Morgen knapp vorn. Um 8.05 Uhr knackte die 24-köpfige Mannschaft die 100-Kilometer-Marke. Der Vorjahressieger SSV, knapp dahinter, holte auf. Hauchdünnes Finish kurz vor 11 Uhr: Mit 50 Metern Vorsprung (!) gewannen die Görlitzer. "Ein paar Minuten mehr und wir hätten sie erwischt", sagte Jan Frobart. Kleiner Trost: Der Nachtpokal, erschwommen zwischen 23 und 24 Uhr, ging an den SSV.

 

    

 

Packendes Finale nach 115 Kilometern

Beim 24-Stunden-Schwimmen musste sich der Gastgeber um 50 Meter geschlagen geben

Gunnar Schulze
(Lausitzer Rundschau)

Reichliches Getümmel herrschte bereits am Samstagvormittag im Lausitzbad Hoyerswerda, als Jan Frobart die insgesamt neun Teams auf die 25-Meter-Bahn-Strecke schickte. Genau 24 Stunden lang ging es nun darum, möglichst viele Kilometer zu schrubben.

Dabei hatten sich die Mannschaften bestens auf dieses lange Stelldichein bei idealen Bedingungen eingestellt. Zelte, Pavillons und zusätzlich geschaffene eigene Verpflegungsstützpunkte sorgten besonders in den Abend- und Nachtstunden des kräftezehrenden Treibens im Wasser dafür, dass die Athleten ihren Akku immer wieder aufladen konnten. Mit reichlich Musik hatten sich zuvor die DJs Toralf und Lars eingedeckt, die die Sportler während ihrer Mammutveranstaltung begleiteten.

"Das ist schon ein deutlicher Qualitätssprung, den wir zu verzeichnen haben. Waren es im vergangenen Jahr noch fünf gestartete Mannschaften, konnten wir in diesem Jahr diese Quote deutlich steigern, obwohl wir für diese Veranstaltung kaum zusätzlich Reklame gemacht haben. Doch die Güte des Wettbewerbes scheint sich schnell rumzusprechen. Jede Mannschaft hat ihr eigenes Terrain und wird nicht durch andere Teams beeinflusst - nur einen Vorteil unseres 24-Stunden-Schwimmens", erzählt Jan Frobart.

Gerade in den Nachtstunden war Durchhaltevermögen bei den Athleten gefragt. Den Nachtpokal, der zwischen 23 und 24 Uhr ausgetragen wurde, heimste kurzerhand der Gastgebende Schwimmsportverein ein, bevor ein kostenloses Frühstück dann allen Teilnehmern den Morgen versüßte.

Um exakt 8.05 Uhr konnte die magische 100-Kilometer-Marke durch die 24-köpfige Mannschaft des SV Post Görlitz geknackt werden. Die Hoyerswerdaer waren den Gästen zu diesem Zeitpunkt dicht auf den Fersen. Doch trotz eines tollen Schluss-Spurts fehlten den Hausherren am Ende der 24 Stunden, in denen 115 Kilometer zurückgelegt wurden, ganze 50 Meter, um auf dem Medaillentreppchen ganz oben zu stehen. Dennoch fielen die Bewertungen rundherum positiv aus. "Es war erneut ein tolles Stelldichein, bei dem der Spaß absolut im Vordergrund stand. Und ich denke, dass alle Beteiligten auf ihre Kosten gekommen sind", so Jan Frobart.