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Als Trojaner im Schwimmbecken

Von Mirko Kolodziej, Sächsische Zeitung 11.07.2007

Eine Dörgenhausenerin macht in den USA Furore und verhilft einer Schule in Erie zum Besten-Status.

Wo sie das letzte Jahr verbracht hat, kann Dörte Schenk nicht verbergen: Spricht die 17-Jährige von der Schwimmart Delphin, dann sagt sie „fly“. Die Dörgenhausenerin ist gerade aus Erie zurückgekommen – der 100000-Einwohner-Stadt am gleichnamigen See im US-Bundesstaat Pennsylvania. Sie hat dort die McDowell-High-School besucht und war Mitglied im schuleigenen Schwimmteam.

Der perfekte Zufall

Es war der perfekte Zufall, dass die Schule über eine solche Mannschaft verfügt, denn Dörte Schenk ist seit frühester Kindheit Schwimmerin, startet normalerweise für den SSV Hoyerswerda. „Keine Ahnung, was ich gemacht hätte, wenn Schwimmen nicht im Angebot gewesen wäre. Volleyballfan bin ich nicht so“, sagt die junge Frau und erklärt, dass sie auch Football und Baseball eher langweilig findet. Dennoch war sie bei Schulspielen dabei und lobt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schüler, deren Teams unabhängig von der Sportart nach der Legende von Odysseus’ Belagerungs-Holzpferd „Trojans“ heißen: „Unsere Farben sind Weiß und Blau.“

Yards oder Meter?

Beim SSV trainiert Dörte Schenk dreimal wöchentlich im Lausitzbad. Dazu kommt einmal Athletik-Training. Es ist also kein Wunder, wenn sie berichtet, die Wettkampfvorbereitung im US-amerikanischen „Keystone State“ sei während der von November bis März dauernden Schwimmsaison wesentlich härter gewesen: „Training war montags bis freitags nach der Schule jeweils von drei bis fünf. Danach war noch Krafttraining.“

Den durch die härtere Gangart erzielten Geschwindigkeitszuwachs richtig zu bemessen, ist rein mathematisch gar nicht so leicht. Dörte Schenk muss dazu erst umrechnen, denn: „...ich bin ja nur Yards geschwommen, keine Meter.“ Das bedeutet, dass eine normale Bahn nicht 25 Meter lang ist, sondern nur 22,86 Meter. Es lässt sich aber dennoch abschätzen, dass Dörtes Training nicht umsonst war. Bei den Districts, den Meisterschaften der „Pennsylvania Interscholastic Athletic Association“, erreichte sie über 100 Yard Freistil und 100 Yard Delphin jeweils sechste Plätze und hat das auch schriftlich auf zwei formschönen Holztäfelchen: „Ich fand’s cool, etwas mit nach Hause nehmen zu können. Das hatte ich nicht erwartet.“ Ihre Mädchenmannschaft belegte bei den Districts übrigens Platz eins, genau wie in der Schwimm-Liga der Schulen von Erie. Und darüber scheint sich Dörte fast noch ein wenig mehr zu freuen als über ihre persönlichen Erfolge: „Ich will ja nicht angeben, aber wir waren die beste Schule in der Region.“

Gegenbesuch ist angesagt

Ganz klar, dass die 17Jährige die Jacke mit der Aufschrift „McDowell“ nun mit sehr viel Stolz durch Hoyerswerda trägt. Und es könnte durchaus sein, dass die Jacken wieder Gesellschaft bekommen. Catlin und Stephanie aus dem „Trojans“-Schwimm-Team haben nämlich angekündigt, Dörte hier besuchen zu wollen.