Schmetterlingschwimmen
Ausgearbeitet von Andreas Frank, Kristin Schiemenz, Tilo Schmidt
1. Die Geschichte
1934 fand David Armbruster, Trainer an der Universität von Iowa, etwas neues heraus: Beide Arme konnten gleichzeitig übers Wasser nach vorne zurückgeführt werden. Dieses „schmettern“ erhöht die Schwimmgeschwindigkeit, kostet aber mehr Trainingsaufwand und Kondition.
1935 schwamm Jack Sieg, ebenfalls von der Universität von Iowa, auf der Seite, mit den Beinen wie mit einem Fischschwanz schlagend. Er konnte das schließlich auch auf dem Bauch. Armbruster und Sieg kombinierten das Schmettern der Arme und den Beinschlag bis die Koordination saß: Das Delfinschwimmen, wie es eigentlich heißen sollte, war geboren.
Doch damals sagte man dem noch Schmetterlings-Brustschwimmen, es war schneller als das normale Brustschwimmen und wurde an Schwimmwettkämpfen als Regelwidrigkeit nicht toleriert. 20 Jahre lang brauchten die Meister-Brustschwimmer einzig die Wasserform des Armzugs in Kombination mit einem verkürzten Brustbeinschlag. Erst ende der 50er Jahre wurde der Delfinkick als eigene Schwimmart legalisiert. Viele Schwimmer sagen, das Schlängeln sei der Schlüssel für die Schwimmart und jemand, der die Wellenbewegung beherrschte, könne das Delfinschwimmen leichter lernen.
Delfinschwimmen ist nicht einfach. Aber es braucht nicht soviel Arbeit wie du denkst. Das größte Problem ist für die Meisten die Atmung und die Rückführung der Arme. Du hast das Gefühl, aus dem Wasser steigen zu müssen um etwas von der kostbaren Luft zu bekommen. Als Folge davon zielen alle Anstrengungen darauf ab, den Kopf aus dem Wasser und die Arme nach vorne zu bringen, sodass für den Vortrieb nichts mehr übrig bleibt.
Mit diesem Problem bist du nicht allein. Sogar Weltklasse-Schwimmerinnen wie Jenny Thompson forschen dauernd nach Wegen, die Atmung und die Rückführung der Arme im Delfin zu verbessern. Von ihren "Forschungsarbeiten" kannst du jetzt profitieren. "Jenny ist eigentlich eine Freistilschwimmerin", sagte ihr Trainer Richard Quick an ihrer Alma Mater, der Stanford University in Palo Alto. "Aber mit ihrer Delfin-Technik konnte sie sich auch im Crawl verbessern." Thompsons Delfin basiert auf dem "vorwärts-gerichteten Körpereinsatz und nicht dem 'Nach-hinten-stoßen' des Wassers", sagt der Technik-Trainer Bill Boomer. Dieser Ansatz ist durch die folgenden vier Technikaspekte gekennzeichnet:
Die Kraft kommt aus dem Rhythmus der Körperbewegung - Geschwindigkeit wird entwickelt, indem man lernt, die Kernbewegung schneller zu machen und nicht durch den Beinschlag. Man muss das Gefühl bekommen, die Beine würden bloß nachgeschleppt, ohne Beinschlag.
Lerne die wellenförmige Bewegung an der Wasseroberfläche mit den Armen seitlich angelegt. Die Brust "pulsiert" rhythmisch nach unten (langsam, nicht schnell), um die durch den Körper von vorne nach hinten wandernde Welle auszulösen. Der Gebrauch von Flossen geben dir ein besseres Wassergefühl (nie Schlagen!). Bleib entspannt und gefühlvoll, verschwende keine Energie. Erst wenn die Welle sitzt, versuch die Atmung einzubauen, nämlich dann, wenn dein Kopf ohnehin am höchsten ist. Der Kopf muss möglichst in Verlängerung der Wirbelsäule bleiben - kein Heben des Kopfs, kein nach-vorne-schieben des Kinns. Das geht leichter, wenn man nur alle 5-6 Zyklen atmet. Erst wenn die Bewegung rhythmisch fließt, nimmst du die Arme von der Seite nach vorne. Darauf achten, dass die Arme knapp unter der Wasseroberfläche bleiben, sie dürfen nicht abtauchen.
Die Atmung erfolgt gewissermaßen im Versteckten. Stell dir vor, jemand schaut dir beim Schwimmen zu: Atme so, dass sie oder er fast nicht sehen können wann du atmest.
Wenn du die Atmung "mit dem Körper" anstatt "mit dem Kopf" lernen willst, schwimm vorerst nicht mehr als 4-5 Züge mit einmal Atmen. Wenn das klappt, kannst du alle 3-4 Züge atmen. Du möchtest vielleicht alle Züge atmen, ohne aus dem Rhythmus zu kommen. "Wenn du korrekt atmest, solltest du das jeden Zug tun können", sagt Richard Quick. "Das hilft dir beim Finish in einem Wettkampf."
Verfall nie der Idee eine Serie von 10x100 zu schwimmen, nur um deine Stärke und Zähigkeit unter Beweis stellen zu wollen. Thompsons Delfin-Training besteht zum größten Teil aus 20-Yard-Sets in einem Sprungbecken. Wenn deine Delfintechnik mal passabel geworden ist, fahre fort mit halben Längen ganze Lage gefolgt von der Pulsübung. Schwimm nur so lange, wie du die flüssige, langegezogene Technik ausführen kannst: Die Amerikaner sagen "don't butterstruggle but fly!"
2. Das Schmetterlingsschwimmen
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| 1. Atmung beginnt, Kopf bleibt tief in Verlängerung der Wirbelsäule, Blick nach vorne unten gerichtet. Das schwunghafte Nach-vorne-bringen der Arme wird durch das Nach-hinten-außen drücken eingeleitet. | 2. Atmung, Kopf bleibt tief in Verlängerung der Wirbelsäule, Blick nach vorne unten gerichtet. Das schwunghafte Nach-vorne-bringen der Arme wird durch das Nach-hinten-außen drücken eingeleitet. |
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| 3.Die Rückführung der Arme wird vorbereitet, Handgelenksoberseite ist führend. Die Schultern bleiben immer nahe an der Wasseroberfläche, der Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule. | 4.Die Arme müssen völlig entspannt wie von selber nach vorne fliegen, mit der Handgelenksoberseite als führendem Element. Die Atmung wird abgeschlossen. |
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| 5. Die Energie muss nach vorne gegen das Ende des Pools gerichtet sein. | 6. In dieser Phase beginnt die Pulsbewegung des Oberkörpers nach unten, um die Körperwelle einzuleiten. |
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| 7. Greif nach vorne - nicht nach unten. | 8. Dein Hintern kommt aus dem Wasser. |
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| 9. Greif nach vorne - nicht nach unten. | 10. Dein Hintern kommt aus dem Wasser, Kopf und Arme tauchen nicht tief ab sondern bleiben nahe an der Oberfläche. Die Pulsbewegung des Oberkörpers ist am tiefsten Punkt. Keinen Beinschlag machen, die Beinbewegung ist Teil der wellenförmigen Gesamtbewegung. |
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| 11. Wasserfassen mit einer Auswärts-Abwärtsbewegung. | 12. Zugphase mit hohem Ellbogen. |
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| 13. Keinen Beinschlag machen; die Beinbewegung ist Teil der wellenförmigen Gesamtbewegung | 14. Sobald der Rumpf sich vorwärts über die Hände bewegt, folgt eine Karateähnliche Bewegung nach hinten außen um den ballistischen Flug der Arme über das Wasser einzuleiten. |
3. Tipp zur Schmetterlingstechnik: Koordination Armzug/Beinschlag
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Bild 1: Bei Beginn des Delfinarmzuges sollte die Beinschlagbewegung fertig sein. Hier ist gut zu sehen, dass die Beine die Bewegung noch nicht fertig ausgeführt haben, sobald der Delfinarmzug beginnt.
Bild 2: Nach entsprechenden Korrekturübungen sieht man, dass der Beinschlag bei Beginn des Delfinarmzuges abgeschlossen ist. Dies wirkt sich positiv auf die Wasserlage aus.
4. Tipp zur Delfintechnik: Unterwasserphase
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In dieser Position erfolgen aus den Hüften geschlagen einige intensive, nicht zu große Delfinkicks. Es ist wichtig, die Gleitphase gut auszunutzen und nicht durch ein verfrühtes Einsetzen der Arme zu bremsen. |
5. Tipp zur Schmetterlingstechnik: Kopfhaltung
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Der Kopf orientiert sich beim Eintauchen vielfach zu tief nach abwärts. Dies ist oft zu sehen, weil den Schwimmern beigebracht wird, den Impuls für die Körperwelle über den Kopf auszulösen, anstatt das Schwergewicht auf den Impuls aus der Hüfte zu legen. Der Schwimmer soll versuchen, den Kopf stabiler zu halten (wie im Kraul), die Delfinwelle so gering wie möglich auszuprägen und so eine strömungsgünstige Position im Wasser zu erreichen. |
6. Der Schmetterlings-Start

alle Absprungkraft nach vorne richten

Körper fast horizontal zum Wasser

hohe Hüftposition


Kopf zwischen den Armen (verborgen)

Knie kurz vor dem Eintauchen leicht beugen, kleiner Delfinkick

Beinschlag nach unten
7. Arm-Zug-Phase

Wasserfassen, Handflächen zeigen nach unten

Frontansicht

Bewegung der Arme seitwärts-auswärts (Schlüssellochzug)

hohe Ellenbogenposition

Position der Unterarme fast senkrecht, Hände vor der Schulterlinie, Oberkörper überstreckt

Handgelenke festgestellt, flache Körperposition

Ellenbogen eng am Körper
8. Die Wende

Falsches timing!!!!!

Richtig!!!!

mit beiden Beinen abstoßen

seitliche Streckphase